Plattform sucht rohen, aber effektiven Öko-Horror-Nervenkitzel | Fernsehen/Streaming


Das Problem ist, dass das zentrale Mysterium von „The Rig“ kaum so mysteriös oder originell ist. Im Kern ist es eine Lovecraft-Geschichte der Menschheit, die in die tiefsten Winkel der Erde gräbt und etwas entfesselt, das sie, kurz gesagt, verrückt macht. Eine Figur fällt zu Beginn der ersten Episode von einem hohen Gerüst; er ist ohne wirkliche medizinische Hilfe fast tot. Das heißt, bis die Kraft des Nebels in seinen Blutkreislauf eindringt und er wieder zum Leben erweckt wird, auf mysteriöse Weise geheilt ist und unheilvolle Sätze wie „Etwas kommt“ murmelt. (Macphersons Dialog ist effektiv, aber sachlich und enthält kitschige Bonmots wie dieses und “Ich muss nicht raten; das ist das Tolle an der Wissenschaft.”)

Das ist die thematische Hauptrichtung von „The Rig“ – die Reflexion über die Schäden, die Ölarbeiten für den Planeten anrichten, und unser Verantwortungsbewusstsein dafür. Die Charaktere streiten über die Rentabilität erneuerbarer Energien und was sie mit ihren Jobs machen würden; alte Männer, die nur Essen auf den Tisch bringen wollen, kämpfen gegen tausendjährige Rigger, die das Gefühl haben, mit der Rechnung festzustecken.

Dieser Begriff dringt in den Infektionsmechanismus ein und was er mit den Organismen macht, die er übernimmt. Dadurch entsteht ein besonders grausamer Körperhorror, zumal es jedes anorganische Material im Körper des Wirts zurückweist. Falsche Zähne ragen aus Mündern, herzförmige Tattoos bluten grotesk. „Wir haben den Planeten kaputt gemacht“, entgegnete ein Redakteur, „und dann sind wir überrascht, wenn er uns zurückfickt.“

Zumindest in diesen frühen Folgen schafft Regisseur John Strickland (“Line of Duty”) mit einem sicherlich kleinen Budget eine gehörige Portion Atmosphäre. Besonders beeindruckend ist, wie er den Bahnsteig selbst filmt, wie die Hubarbeitsbühnen die Kamera um das spinnenartige Gerüst der Infrastruktur des Bahnsteigs schwenken und schwingen. Die Show sieht in den helleren Gemeinschaftsbereichen immer noch billig aus, und ihre visuellen Effekte stolpern aufgrund des Budgets ein wenig (insbesondere in den Greenscreen-lastigen Outdoor-Sequenzen). Aber das Äußere entzieht dem Standort viel Produktionswert, die Einsamkeit der Bohrinsel, die aus dem Atlantik ragt, und die Bedrohung, die hinter jeder Ecke lauern kann, ob Mensch oder Tier.